Poetry Slam – Denken

Hallo Ihr lieben, aufgeweckten LeserInnen,

vor kurzem habe ich auf Instagram TV (Kanal: lauradoering_) meinen ersten Poetry Slam veröffentlicht: „Spieglein, Spieglein“.

Heute habe ich einen eigenen Poetry Slam verfasst und hoffe diesen bald auf Instagram versprechen zu können.

Dieser Poetry Slam handelt von meiner Tätigkeit als staatlich anerkannte Erzieherin in der Jugendhilfe. Ich arbeite mit Kindern und Jugendlichen im Alter von zehn bis achtzehn Jahren, in einem Kinderheim. Der Job bringt vielfältige Herausforderungen mit sich, doch jeder verdient eine Chance und genau darum geht es in meinem Poetry Slam.

Ich hoffe, es gefällt Euch. Lasst mir gern Feedback da.

 

Denken

Wenn ich denke, denke ich strukturiert,

studiert, konturiert und

gerade, mit Raffinade.

Doch mich verstehen,

ist wie Rotsehen.

Meine Kinder, sportlich und träge, Graustich und  rege, laut und leise und manchmal vermisse ich eine tauschweise.

Ich spreche von Kindern ohne Bindung, ohne Findung,

von Kindern ohne Zuhause, ohne Pause,

von Kindern mit Ballast, die sich fühlen nur zu Gast,

von Kindern mit Schmerz. Das ist kein Scherz.

Ich spreche von Kinder aus Kinderheimen.

Das ist die Realität. Fernab von Naivität.

Für diese Kinder brauchen wir Chancen; Lernchancen, Entwicklungschancen, Lebens- und Berufschancen.

Ohne Background, ohne Hilfe, ohne Antrieb,

kein Kampftrieb.

Doch es ist schwer, durchzuhalten. Es entstehen viele Stirnfalten, es ist schwer zu gestalten.

Diese Kinder denken nicht gerade, das ist schade.

Sie denken verrückt und ausgeschmückt.

Der Job, eine Herausforderung. Jedes Tun, ein Probesprung. Jeder Streit individuell und wie ein Duell.

Doch trotzdem ist es mein Traum und bietet sehr viel Raum.