Instagram und das Finanzamt

Mein heutiger Beitrag soll sich an Influencer und aufstrebende Influencer richten, die bisher noch keine genauen Informationen bezüglich dem versteuern von Vergütungen auf Instagram erfassen konnten.

Ich habe gestern einen Beratungstermin bei meinem Steuerberater in Oldenburg wahrgenommen. Er ist schon seid Jahren der Steuerberater unseres Vertrauens, von mir und meiner Familie.

Löschen wir sogleich den ersten Aberglauben:

Es gibt keine Freigrenze.

Ich nahm auch an, dass erst ab einem gewissen Betrag die Einnahmen versteuert werden müssen. Diese Annahme ist falsch. Auch nur eine Einnahme von 100€ muss versteuert werden. Es ist durchaus wichtig, dass Ihr alle Eure Einnahmen auflistet und angebt, denn wer mit Instagram und dem Bloggen beginnt will auch wachsen und wer wächst wird bekannter und bekannte Personen stehen schnell im Licht der Finanzbehörde.

Zudem solltet Ihr wissen, dass die Finanzbehörde Angestellte pflegt, die sich rein mit der Durchleuchtung von Instagram, Youtube, Ebay und Co befasst und Ihr, auch wenn Ihr wenige Follower besitzt, durchaus durch einen blöden Zufall im Rampenlicht stehen könnt.

Ich dachte mir zu Beginn, dass kleine Einnahmen niemanden interessieren. Das ist erstmal villeicht gar kein so verkehrter Gedanke, aber je mehr Follower je bekannter seid Ihr und wenn Ihr Euer Ziel von einer großen Community erreicht habt und eventuell Euch sogar Euren Lebensunterhalt durch Instagram und Co verdienen könnt, spätestens dann wird das Finanzamt Euch prüfen und Ihr müsst alle nicht angegebenen Summen, zu Eurer noch kleinen Zeit mit wenig Followern nachzahlen, sowie eine hohe Strafe.

Ich zeige Euch nun wie Ihr ganz einfach eine Liste führen könnt, die der Steuerberater dem Finanzamt dann vorlegt. Als Beispiel nutze ich meine Ahava Kampagne mit dem Mineral Body Shaper Cellulite Control Gel, für die ich eine Vergütung von 70.06€ durch Indahash erhalten habe.

Dokumenation

Ihr solltet jede Vergütung, die Ihr erhaltet auflisten. Klar, es ist ägerlich einen Teil der Vergütung versteuern zu müssen, ABER bedenkt, Ihr könnt Ausgaben absetzen. Listet alle Ausgabe auf, die Ihr für Euer Foto bzw. Eure erbrachte Leistung aufwenden musstet. Fahrtkosten, Kosten von Batterien, Stromkosten, Internetkosten (schließlich seid Ihr nur durch das Internet überhaupt in der Lage die Kampagne auszuführen), Telefonkosten (falls Ihr mit dem Anbieter der Kampagne telefoniert), sowie auch Lebensmittel, die das Foto zieren.

Hier zeige ich Euch mein fertiges Bild für Ahava.

Wie Ihr seht, leuchtet die Lichterkette, die Batterien benötigt und das Bild wird geziert von Rosen, die ich nicht nur gekauft habe, sondern wodurch auch Fahrtkosten zum Blumenladen entstanden sind. Die genannten Elemente sind nur ein Teil. Theoretisch könnt Ihr alles absetzen.

Ihr solltet also stets alle Kassenbons aufheben, um möglichst viel dem zu versteuernden Betrag entgegenzusetzen.

Ich lege meinem Steuerberater nun alle drei Monate eine entsprechende Auflistung vor, um nicht für das ganze Jahr die Steuern nachzahlen zu müssen. Grob geschätzt solltet Ihr 1/3 Euer Einnahmen beiseite legen. Ich werde Euch am Ende des Jahres eine genaue Auflistung des zu versteuernden Betrags hier einfügen.

 

ACHTUNG !
Auch Give Away Kampagnen müssen versteuert werden.

Mit einer Give Away Kampagne meine ich, Kooperationen bei denen Ihr nur das Produkt erhaltet, also keine Vergütung. Derzeit gibt es noch kein Gesetz, aber Give Aways wie Schmuck und Kleidung, die Ihr nach dem Foto immer noch unversehrt nutzen könnt, müssen definitiv versteuert werden. Anders sieht es bei Pflegeprodukten aus, die Ihr für das Foto bereits verwendet habt und somit der Wert für Euch selbst nach der Kooperation geringer ist. Pflegeprodukte sind somit ein unklarer Teil. Schmuck und Kleidung bleiben durch das Foto unversehrt und stellen einen Gewinn für Euch da. Somit solltet Ihr nur noch Give Aways annehmen, die Ihr Euch auch selbst von Eurem eigenen Geld gekauft hättet und nun durch ein Werbefoto quasi günstiger bekommt. Ein Pulover, der im Handel 100€ kostet und mit dem Ihr ein Werbefoto erstellt, muss beispielsweise mit 35€ versteuert werden. Hättet Ihr Euch den Pullover sowieso kaufen wollen, habt Ihr ein Schnäpppchen gemacht. Mit dieser Einstellung solltet Ihr also an Give Away Kampagnen herangehen.

Der Grund für die Versteuerung von Give Aways ?

Give Aways sind keine Geschenke, leider. Ihr leistet eine Gegenleistung, das Werbefoto und aus diesem Grund muss das Produkt, welches Eure „Bezahlung“ darstellt, auch versteuert werden.

 

Bei Fragen, schreibt mir gern. Ich hoffe, ich kann Euch weiterhelfen.

Die Markierung von „Werbung“ in allen Beiträgen, Fotos und Texten auf Instagram ist ein neues Thema..